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Erneuerbare Energie weiter nach vorn bringen

Ortstermin bei BioConstruct: Landtagskandidaten bewerten Thesen zur Energiewende in Niedersachen

Neun Thesen, ein gemeinsames Ziel: Mit einem kompakten Fragebogen wollen der Fachverband Biogas (FvB) und der Bundesverband Windenergie (BWE) die politischen Vertreter vor der Landtagswahl für die Energiewende in Niedersachen sensibilisieren. Ein einfaches Kreuzchen bei Ja oder Nein reicht aus. Da das aber nicht immer so einfach ist, folgten Jutta Dettmann (SPD), Rainer Kavermann (Grüne) und Gerhard Barmeier (FDP) der Einladung zu BioConstruct in Melle. Bei einem Rundgang und anschließendem Gespräch diskutierten sie die Herausforderungen der Branche vor Ort mit Alexander Siepelmeyer (Regionalvorstand BWE) und Henrik Borgmeyer (Regionalgruppensprecher FvB). Und am Ende überwog parteiübergreifend das Ziel, Erneuerbare Energien weiter nach vorn zu bringen. Auch wenn natürlich auf unterschiedlichen Wegen.

Der Fragebogen deckt das ganze Spektrum der Windenergie- und Biogasbranche ab. Drei Beispiele: Ist es möglich 25 Prozent Kohlekraftleistung bis 2020 stillzulegen? Haben wir in Niedersachen gute Standortbedingungen für den Ausschreibungswettbewerb? Sollten wir vorhandene Infrastruktur für Erneuerbare Energien nutzen? Neun Fragen, unterschiedliche Meinungen. Und nicht nur bei der Frage nach der sogenannten Vermaisung zeigten sich die Politiker sattelfest: Um die fünf Prozent lagen die Tipps für den Anteil Biogasmais an der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Niedersachsen. Etwa 6,8 Prozent sind es landesweit, nur um die fünf Prozent in Stadt und Landkreis Osnabrück.

„Das war ein gutes Gespräch und eine fundierte Diskussion mit Vertretern wichtiger Parteien“, freute sich Borgmeyer, Geschäftsführer BioConstruct, der lediglich bedauerte, dass Gerda Hövel (CDU) aufgrund der kurzfristigen Einladung leider nicht am Ortstermin teilnehmen konnte. Sie werde den Fragebogen allerdings ausfüllen und zuschicken. Für zukünftige Projekte –  ob in Melle oder anderswo in Niedersachen – sei es wichtig, die Akzeptanz für Biogas-, Windkraft- und Solaranlagen bei den Bürgern zu stärken und Innovationen zu fördern, gab er den Politikern speziell mit auf den Weg. Schließlich leiste Biomasse mit etwa acht Prozent einen nicht unerheblichen Anteil an der Stromproduktion in Deutschland – und das vor allem dann, wenn Sonne und Wind Pause machen.

Als Vertreter des BWE-Landesverbandes Niedersachsen/Bremen und Geschäftsführer von Steinbock Energie bemängelte Siepelmeyer, dass es keine bundesweit einheitlichen Regularien gebe. Das erschwere das Umsetzen von neuen Projekten teilweise erheblich. Trotz alledem hielt er zu dem im Fragebogen formulierten Ziel „100 Prozent Erneuerbare Energien“ fest, dass dies für ein Flächenland wie Niedersachen machbar sei. Zu weiteren Gesprächen lud er die politischen Vertreter abschließend zum Branchentag Erneuerbare Energien am 19. Oktober 2017 nach Hannover ein.